Mittwoch, 23. März 2011

Eine Tikibar sollte es sein...


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Ich hatte schon immer für Hawaii, die 60er und allgemein die Karibik etwas übrig. Nun saß ich am Anfang des Sommers im letzten Jahr mal wieder vor dem Rechner und wühlte mich durchs World Wide Web, als ich durch Zufall über einen Artikel stolperte, der sich mit der Tikikultur beschäftigte. Sofort war ich hin und weg von der Idee, eine kleine Tikibar mein Eigen zu nennen.
Wie halt so bin, hab ich mich gleich an die Arbeit gemacht. Als erstes ging es in den Baumarkt Material besorgen. Schnell kapierte ich warum fertige Tikibars im Internet so enorm viel kosten. Bambus ist ganz schön teuer. Kurzerhand beschloss ich die Bar aus Latten zu bauen und nur mit Bambus zu verkleiden. Mit den Dachdeckerlatten, die ich gekauft hab, ging es an in den heimischen Heimwerkerkeller. Kurz ein paar Skizzen aufs Papier gebracht und dann ging es auch schon los.
Aus den Latten Baute ich einen 1,40 m hohen und 0,6 m Rahmen. Um den Rahmen stabil zu bekommen baute ich noch einige Querstreben ein und versah die Ecken mit Metallwinkeln. Damit man später auch schön in der Bar arbeiten kann, zimmerte ich auf ca. 90 cm Höhe eine Arbeitsplattform zurecht. Die musste nicht schön aussehen sonder nur nützlich sein. Deshalb begnügte ich mich hier mit einer alten Pressspanplatte. Schnell mit der Stichsäge in Form gebracht und mit ein paar Spax verschraubt. Natürlich braucht so eine Bar auch eine schöne Ablagefläche. Als Grundmaterial dienten auch hier die Dachdeckerlatten. Besagte in kurze Stücke gesägt und der Reihe nach oben auf geschraubt. Falls man sich etwas vermessen hat (wie ich) kann man die Kanten am Schluss noch mal mit einer Stichsäge in Form bringen bevor man sie dann mit eine Holzfeile entgratet. Hier ruhig etwas mehr abfeilen um schöne Runde Kanten zu bekommen. So eine schöne Ablage muss aber auch beim Feiern vor Verschmutzungen und Gläserringen geschützt werden. Ich hatte noch zwei Dosen transparenten Felgenlack im Keller rumstehen, die ich dafür entfremdete. Wichtig beim beim Lackieren von Holz ist, das man erst mal ein paar dünne Schichten aufträgt, das ganze gut durchtrocknen lässt und dann noch einmal abschleift bevor man die finale Schicht Klarlack aufträgt. Hintergrund der Geschichte ist, das sich die Holzfasern durch das Behandeln mit Lack noch mal aufstellen und man so eine relativ raue Oberfläche erhält. Schleift man jetzt diese Fasern noch mal ab, wird alles schön glatt.

Das Grundgerüst stand nun aber was ist eine Tikibar ohne Dach. Eine Bedingung musste dieses Erfüllen. Es sollte komplett abnehmbar sein, da die Bar später beim transportieren nicht so sperrig sein sollte. Nützliches Material hatte ich leider nicht mehr zuhause und so ging es mal wieder in den Baumarkt. Nach etwas Sucherei war bald gefunden, was ich suchte: Zwei massive Holzpfosten, welche normalerweise für den Bau von Carports genutzt werden. Diese fixierte ich am Grundgerüst mit vier großen Schrauben und den dazugehörigen Muttern. Zum weiteren Aufbau des Daches lies ich die Pfosten an der Bar montiert. So verhindert man, das später irgendwas verzogen ist. Ein paar Querstreben aus den allseits beliebten Dachdeckerlatten waren schnell eingeschraubt und mit ein paar Stützen stabilisiert. Beim Bau der Stützen erwies sich eine Gährungssäge als sehr nützlich. Wegen der Optik baute ich noch zwei Stützen aus Bambusrohr ein, welche aber keineswegs für festen Halt sorgen. Die liegen nur auf der Arbeitsfläche auf und sind wirklich nur zur optischen Aufwertung da.


Eigentlich stand die Bar jetzt schon aber sah noch ziemlich hässlich aus. Ein Rohbau eben. Erst wollte ich die Tikibar mit Bambusmatten einkleiden, welche aber wieder mal sehr teuer waren. Eine gute und günstige Alternative war schnell gefunden und so mussten Schilfrohrmatten als Ersatz dienen. Einfach mit einer Schere auf Maß gebracht und mit einer Tackerpistole fixiert. Sieht nicht nur gut aus, sonder hält auch bombig. Das Dach wurde auf die gleiche Art gedeckt. Oben auf hab ich mal hier und mal hier ein paar Querstreben aus Bambus aufgeschraubt. So wirkt die ganze bar wesentlich authentischer.

Um das ganze abzurunden bestellte ich in der Bucht noch einige Accessoirs, wie eine Tikimaske und einen Kugelfisch um die Bar zu dekorieren.

Mittlerweile wurde die Bar mehrmals eingeweiht und kam bei allen sehr gut an. Mit den richtigen Cocktails der Burner auf jeder Karibikfeier.

Vielleicht konnte ich euer Interesse auch etwas wecken und ihr baut auch eine Tikibar oder habt gar schon eine. Würde mich sehr über Bilder, Zusendungen und Kommentare freuen.
PS: Der kleine Tiki ist auch selbstgemacht, aber das ist eine andere Geschichte.

Kommentare:

  1. sieht richtig super aus =)

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  2. Hey sehr cooles teil muss ich schon sagen :-) bin auch gerade dabei eine zu planen....hab eine Frage wie hoch ist die tikibar inkl Dach ? Und was für ne Stärke hast du bei den Balken genommen ? Würde mich uber eine Antwort freuen Gruß

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